Ratgeber

Geheimtipps Zentralschweiz: 12 Orte, die Einheimische lieben

Türkisfarbener Bergsee unter einer Felswand, am Ufer ein Wanderweg

Auf vielen «Geheimtipp»-Listen stehen Orte, die längst einen eigenen Souvenirladen haben. Diese Liste hat die Redaktion eines Regionalmagazins im Kanton Schwyz zusammengestellt. Sie nennt Orte, an die wir Freunde schicken würden, aber keine Reisegruppen. Alle zwölf erreichen Sie innert etwa neunzig Minuten ab Luzern oder Zürich, mehrere davon bleiben selbst im August ruhig. Bitte hinterlassen Sie diese Orte so, wie Sie sie vorgefunden haben, damit sie auch für die nächsten Gäste still und schön bleiben.

1. Glattalp, das Kältebecken mit dem schönen Sommer

Eine winzige Seilbahn bringt Sie vom Bisistal hinauf in das Karstbecken, in dem die tiefste je gemessene Temperatur der Schweiz erreicht wurde (≈ −52 °C). Im Sommer erwartet Sie dort eine Wanderung um den türkisfarbenen See, mit Murmeltieren, einem Berggasthaus und viel Ruhe. Mehr dazu: Glattalp: Der kälteste Ort der Schweiz und wie Sie ihn besuchen.

2. Bödmerenwald, der Fichtenurwald

Auf den Pragelhöhen über Muotathal wächst einer der grössten Fichtenurwälder der Alpen. Er wurde nie geschlagen, seine Bäume sind knorrig und so dicht bemoost, als stammten sie aus einer Sage. Wer an einem nebligen Morgen hier unterwegs ist, vergisst schnell die Zeit. Mehr über das Tal: Muotatal: Die Schweiz abseits der Pfade.

3. Wägitalersee, der stille See nahe Zürich

Das Wasser des Wägitalersees schimmert grün wie in einem Fjord. Eine flache Runde von 9 km führt um den See, an den Wiesenufern können Sie baden. An ruhigen Morgen spiegeln sich die Berge im Wasser. Dabei liegt der See nur rund eine Stunde ab Zürich HB und steht in kaum einem ausländischen Reiseführer. Mehr dazu: Bisistal und Wägital.

4. Rigi Scheidegg, die ruhige Seite der Rigi

Die Aussicht ist so weit wie auf der übrigen Rigi, doch hier sind nur etwa fünf Prozent der Gäste unterwegs. Die kleine Bahn ab Kräbel führt auf die sanfte Ostschulter des Bergmassivs. Mit Kaltbad ist die Scheidegg durch den ebenen Panoramaweg auf dem alten Bahntrassee verbunden. So lernen Sie den bekannten Berg von seiner ruhigen Seite kennen. Wanderideen dazu finden Sie im Beitrag Wanderungen an der Rigi.

5. Gersau, die ehemalige Republik am See

Jahrhundertelang war dieses Dorf am See eine souveräne Republik im Kleinformat. Heute ist Gersau ein sonniger Ort am Fuss der Rigi, an dessen Ufer tatsächlich Palmen wachsen. Es hat eine schöne Uferpromenade, eine Autofähre über den See und im Rücken die wilde Hochflue. Die Tour auf die Hochflue: Steilaufstieg von Gersau auf die Rigi Hochflue.

6. Hölloch, 210 Kilometer Höhle unter den Wiesen

Viele kennen die Schweizer Gipfel, aber nur wenige wissen, dass sich unter einem Bauerntal bei Schwyz die längste Höhle des Landes hindurchzieht. Geführte Touren reichen vom leichten Rundgang bis zur Expedition. Alles zum Besuch: Hölloch: Unterwegs in einem der grössten Höhlensysteme Europas.

7. Lauerzersee, der warme kleine See mit der Insel

Zwischen Schwyz und Goldau liegt ein flacher, von Schilf gesäumter See, der sich im Sommer schnell erwärmt. Im See liegt die kleine Insel Schwanau mit Burgruine, Kapelle und einem Restaurant, zu dem ein Boot hinüberfährt. Dahinter ragen die Mythen auf, ein schönes Motiv für Fotos.

8. Ibergeregg, der Pass mit Aussicht

Die Höhenstrasse zwischen Schwyz und Einsiedeln führt an ihrem höchsten Punkt durch eine Moorlandschaft mit freiem Blick auf die Mythen. Im Sommer beginnen hier aussichtsreiche Höhenwege, im Winter ist die Gegend gutes Gelände für Schneeschuhwanderungen. Im Passrestaurant können Sie sich danach aufwärmen und stärken.

9. Illgau und die 3-Bahnen-Tour

Diese leichte Wanderung aus unserem Tourenportal verbindet die Gondelbahn auf die Rotenflue mit zwei winzigen Dorfseilbahnen rund um das sonnige Illgau über dem Muotatal. Dazwischen liegen 7,6 Kilometer auf Wegen über Terrassen. Die kleinen Bahnen dienen nebenbei als Schulbus. Daran sieht man gut, wie selbstverständlich Seilbahnen hier zum Alltag gehören. Alle Angaben zur Tour: Von der Rotenflue über die Ibergeregg nach Illgau.

10. Alpthal und Brunni, das Tal hinter Einsiedeln

Wo einst Pilger unterwegs waren, führt ein Sackgassental durch Wiesen bis nach Brunni unter die Rückseite der Mythen. Hier finden Sie Wege für Familien, kleine Alpbeizli und einen ruhigeren Ausgangspunkt für die Besteigung des Grossen Mythen. Mehr dazu: Grosser Mythen.

11. Die Terrasse von Morschach am Abend

Unbekannt ist Morschach nicht, am Abend wird das Dorf aber oft unterschätzt. Wenn die Tagesgäste wieder hinunterfahren, bleibt dem Terrassendorf über Brunnen der weite Blick über den See bis zum Sonnenuntergang. Geniessen können ihn alle, die etwas länger bleiben. Mehr über die Gegend: Brunnen am Vierwaldstättersee.

12. Das Muotatal, ein Tal mit eigenem Charakter

Wetterschmöcker, Naturjuuz, Husky-Trekkings und Suworows Alpenzug von 1799 prägen dieses Tal. Es liegt nur zwanzig Minuten vom See entfernt und hat sich viel von seiner Eigenart bewahrt, ohne sich für Gäste zu verstellen. Unser ausführlicher Beitrag dazu: Muotatal: Die Schweiz abseits der Pfade.

Geheimtipps in eine Reise einbauen

Statt alle zwölf Orte in kurzer Zeit abzuhaken, lohnt es sich, zwei oder drei davon mit den bekannten Zielen zu verbinden. Gut zusammen passen der Stoos und Illgau, die Rigi mit der Scheidegg und Gersau, Einsiedeln und das Alpthal sowie das Hölloch mit dem Bödmerenwald und der Glattalp. Wie sich solche Abstecher in eine Reise von drei Tagen einfügen, zeigt unser Vorschlag: Reiseplan Zentralschweiz. Die Busse in die stillen Täler fahren nicht oft. Prüfen Sie deshalb die Rückfahrten, bevor Sie sich zu lange in der Ruhe verlieren.

Häufige Fragen

Was sind die echten Geheimtipps der Zentralschweiz?

Unsere Liste führen die hohen, stillen Winkel des Kantons Schwyz an, allen voran die Glattalp, der Bödmerenwald, der Wägitalersee, die Rigi Scheidegg und das Muotatal.

Sind die Orte ohne Auto erreichbar?

Ja, alle zwölf erreichen Sie mit dem öffentlichen Verkehr. Bei mehreren ist die Anreise sogar Teil des Erlebnisses, etwa bei den Seilbahnen von Illgau oder den Rütli-Schiffen.

Wann ist es am stillsten?

Im Juni sowie im September und Oktober sind Bahnen und Gasthäuser in Betrieb, es sind aber deutlich weniger Gäste unterwegs als im Hochsommer. Noch ruhiger ist es an Werktagen am Morgen, weil die meisten Ausflügler am Wochenende kommen und erst später am Tag losgehen.

Eignen sich Geheimtipps für Familien?

Mehrere eignen sich sehr gut. Der Lauerzersee, die Sattel-Seite, die 3-Bahnen-Tour von Illgau und das Alpthal passen gut zu Familien mit Kindern jeden Alters.

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