Natur & Wandern

Bisistal und Wägital: Stille Alpentäler zwischen Vierwaldstättersee und Zürich

Boote auf dem Wägitalersee, dahinter die verschneiten Gipfel über dem Tal

Wenn die bekannten Ausflugsorte voll sind, weichen viele Schweizerinnen und Schweizer in ruhigere Gegenden aus. Zwei solche Täler liegen in unserem Kanton. Das Bisistal ist ein wildes Sackgassental hinter Muotathal, in dem die Strasse unter den Karstwänden einfach aufhört. Das Wägital ist eine grüne Mulde mit türkisfarbenem Stausee, vierzig Minuten von Zürich entfernt und trotzdem in kaum einem Reiseführer zu finden. Keines der beiden Täler hat eine Sehenswürdigkeit, die man unbedingt gesehen haben muss. Dafür haben beide, was an den bekannten Orten oft fehlt: Platz, Ruhe und einen unaufgeregten Alltag in den Bergen.

Das wilde Bisistal

Das Bisistal zweigt südlich von Muotathal ab und führt tief in die Berge, bis Felswände den Weg versperren. Hier zeigt sich die Zentralschweiz von ihrer rauen Seite, mit verstreuten Höfen, dem glasgrünen Bisisbach und Wänden, die bis zu den Karstplateaus hinaufreichen.

Was Sie hier unternehmen können:

  • Auf die Glattalp fahren. Die winzige Seilbahn ab Sahli bringt Sie auf die Hochebene, auf der der Schweizer Kälterekord gemessen wurde. Im Sommer wartet oben eine sehr schöne Wanderung rund um den See. Mehr dazu: Glattalp: Der kälteste Ort der Schweiz und wie Sie ihn besuchen.
  • Die grossen Routen gehen. Das Tal ist Ausgangspunkt für anspruchsvolle Klassiker, etwa die Traverse ab Saliboden durch das innere Tal nach Muotathal und den Aufstieg auf den Muotataler Hausberg. Die Tourseiten: Vom Saliboden über das Pfaffenkreuz zum Pragelpass und Von Schwarzenbach auf den Wasserbergfirst und nach Muotathal. Nach Regen stürzen im ganzen Tal eindrückliche Wasserfälle über die Felsen.
  • Einfach nichts Bestimmtes vorhaben. Ein Picknick am Bach, dem Alpsommer zusehen, in einem Bergbeizli einkehren: Mehr braucht es im Bisistal nicht. Der Reiz des Tals liegt gerade darin, dass es hier keine grossen Attraktionen gibt.

Anreise: Mit dem Bus ab Schwyz über Muotathal ins Tal, beachten Sie dabei den Saisonfahrplan. Mit dem Auto fahren Sie bis ans Strassenende bei Sahli.

Das sanfte Wägital

Nordöstlich hinter den Bergen, oberhalb von Siebnen am oberen Zürichsee, liegt das Wägital mit dem Wägitalersee. Dem Stausee sieht man die Technik kaum an. Sein Wasser schimmert grün wie in einem Fjord und die Wiesen reichen bis ans Ufer. An stillen Morgen spiegeln sich Fluebrig und Bockmattli im See.

Was Sie hier unternehmen können:

  • Den See umrunden. Die Runde aus Strässchen und Wegen um den Wägitalersee ist rund 9 km lang und flach. Sie ist der Klassiker des Tals und lässt sich zu Fuss oder mit dem Velo machen. Im Sommer können Sie unterwegs an den ruhigen Wiesenufern baden.
  • Auf den Talrand steigen. Vom See führen Wege zum Kamm des Fluebrig und Richtung Bockmattli-Türme. Bei Zürcher Bergsteigern sind das beliebte Konditionstouren, mit Blick auf den Zürichsee auf der einen und die Glarner Alpen auf der anderen Seite.
  • Fischen und einkehren. Der See ist ein geschätztes Fischgewässer, Patente erhalten Sie vor Ort. In den Seebeizen von Innerthal kommen seine Forellen auf den Teller.

Anreise: Mit dem Zug bis Siebnen-Wangen an der Linie Zürich–Chur, dann mit dem Bus hinauf nach Innerthal. Ab Zürich HB sind Sie rund eine Stunde unterwegs. Nur wenige Alpenseen dürften so ruhig und zugleich so nahe an einer Grossstadt liegen.

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Beide Täler sind nicht auf Gäste ausgerichtet. Die Beizen richten ihre Öffnungszeiten nach der Arbeit auf den Höfen und die Busse fahren im ländlichen Takt. Wer bereit ist, einen Gang zurückzuschalten, wird mit einer Ruhe belohnt, die in den Alpen immer seltener zu finden ist.

Häufige Fragen

Lohnen sich Bisistal und Wägital?

Wer die unverbaute, stille Alpenschweiz sucht und auf grosse Sehenswürdigkeiten verzichten kann, ist hier richtig. Einheimische weichen gern in diese beiden Täler aus, wenn andere Orte überlaufen sind.

Kann man im Wägitalersee baden?

Ja, im Sommer ist er ein beliebter, ruhiger Badesee. Von den Wiesenufern an der Seerunde kommen Sie einfach ins Wasser.

Braucht es ein Auto?

Nein, beide Täler haben Busanschluss, nämlich Schwyz–Muotathal–Bisistal und Siebnen–Innerthal. Weil die Busse auf dem Land seltener fahren, prüfen Sie Abfahrtszeiten und Rückfahrten am besten vorher.

Wann ist die beste Zeit?

Zum Wandern und Baden eignen sich die Monate Juni bis Oktober. Die Runde um den Wägitalersee lässt sich bis in den Spätherbst gut gehen.

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