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Grosser Mythen: Die Wanderung auf den Hausberg von Schwyz

Grosser Mythen: Die Wanderung auf den Hausberg von Schwyz

Den Grossen Mythen übersieht man kaum. Seine Felspyramide steht über dem Talkessel von Schwyz und ist aus weiten Teilen der Zentralschweiz zu erkennen. Der Weg auf den 1898 m hohen Gipfel ist kurz, verlangt aber Aufmerksamkeit. Er führt in 47 engen Kehren durch die Flanke hinauf, an den ausgesetzten Stellen sichern Ketten den Weg. Oben stehen ein Kreuz und eine kleine Gipfelhütte, von der aus der Blick nach allen Seiten über den Vierwaldstättersee bis zu den Glarner und Urner Alpen reicht. In der Region ist die Hütte zudem für ihre Nussgipfel bekannt. Hier finden Sie, was Sie für die Tour wissen sollten.

Das Wichtigste auf einen Blick

GipfelGrosser Mythen, 1898 m
AusgangspunktHolzegg, 1405 m
Aufstiegca. 490 Hm auf rund 2 km Kehrenweg
Zeit1–1½ h hinauf ab Holzegg, 45–60 Min. hinunter
SchwierigkeitAnspruchsvoller Bergweg: steil, teils ausgesetzt, mit Ketten gesichert
SaisonEtwa Mai bis Anfang November, solange die Gipfelhütte offen ist
Auf dem GipfelRundblick nach allen Seiten und die Gipfelhütte mit ihren Nuss- und Mandelgipfeln

Für wen eignet sich die Tour?

Der Weg ist angelegt wie eine steile Treppe. Klettern müssen Sie nirgends. Tausende Einheimische steigen jede Saison hinauf, viele davon vor der Arbeit. Mehrere Passagen sind allerdings ausgesetzt, dort geht es unter den Füssen ordentlich in die Tiefe. Diese Stellen sind mit fixen Ketten und Seilen gesichert. Für die Tour brauchen Sie deshalb:

  • Schwindelfreiheit. Wer an ausgesetzten Stellen nervös wird, wählt besser einen anderen Berg.
  • Trittsicherheit und gute Schuhe. Die Kehren sind steinig, Stöcke helfen.
  • Trockene Verhältnisse. Bei Nässe, Eis oder Schnee wird die Route gefährlich. Dann schliesst auch die Hütte, was in der Region zugleich als Zeichen gilt, dass die Saison vorbei ist.

Sportliche Familien mit älteren, berggewohnten Kindern gehen die Tour durchaus, für kleine Kinder ist sie nicht geeignet. An Tagen mit viel Betrieb sollten Sie auf Steine achten, die von Vorausgehenden gelöst werden.

Die Route

Alle Zustiege führen zur Holzegg (1405 m), dem Sattel am Fuss der Pyramide. Von dort zieht ein einziger, gut erkennbarer Weg im Zickzack zum Gipfel.

Zwei Wege zur Holzegg:

  1. Von der Schwyzer Seite: Mit der Rotenfluebahn ab Rickenbach (oberhalb von Schwyz) auf die Rotenflue, dann in 30–60 Minuten auf meist gemütlichem Weg hinüber zur Holzegg. Das ist der klassische Zustieg, der sich gut mit den Panoramawegen der Mythenregion verbinden lässt.
  2. Von der Einsiedler Seite: Mit dem Bus von Einsiedeln nach Brunni, dann mit der kleinen Luftseilbahn Brunni–Holzegg hinauf oder zu Fuss über die Alpwiesen des Alpthals.

Von der Holzegg auf den Gipfel: Hier beginnen die 47 Kehren. Auf rund 2 km gewinnt der Weg in der Südostflanke etwa 490 Höhenmeter. Es geht ohne Unterbruch bergauf, doch die Kehren geben einen gleichmässigen Rhythmus vor, in den die meisten bald hineinfinden. Nach gut einer Stunde stehen sie oben. Weil die ost- und südostseitige Flanke schon am Morgen voll in der Sonne liegt, lohnt sich im Hochsommer ein früher Start, sonst kommen Sie ordentlich ins Schwitzen. Die Route ab der Rotenflue finden Sie auch in unserem Tourenportal: Von der Rotenflue auf den Grossen Mythen und zurück.

Auf dem Gipfel: Oben stehen ein Kreuz und eine kleine Hütte. Da der Mythen frei steht, verstellt nichts die Sicht. Unten liegen der Vierwaldstättersee und der Lauerzersee, am Horizont reihen sich die Glarner und Urner Alpen. An klaren Tagen reicht der Blick weit über das Mittelland hinaus.

Die Gipfelhütte und ihre Nussgipfel

Seit Generationen bewirtet die Hütte auf dem Grossen Mythen Wanderinnen und Wanderer, viele steigen auch ihretwegen hinauf. Geöffnet ist sie etwa von Mai bis Anfang November. Traditionell zeigt eine Fahne, die man vom Tal aus sieht, dass die Hütte offen hat. Die Karte ist einfach und bietet Getränke, warme Gerichte und frischen Kuchen. Bekannt ist die Hütte aber vor allem für ihre Nuss- und Mandelgipfel, die unter Schweizer Wanderern einen besonderen Ruf haben. Nehmen Sie Bargeld mit, denn ein Kartenterminal gibt es auf dem Gipfel nicht.

Sonnenaufgang auf dem Mythen

Der Grosse Mythen gehört zu den klassischen Sonnenaufgangstouren der Schweiz. Einheimische brechen dafür noch im Dunkeln mit der Stirnlampe auf der Holzegg auf, damit sie beim Kreuz stehen, wenn das erste Licht auf die Alpen fällt. Danach serviert die Hütte Frühstück. Wer am 1. August in der Region ist, sollte nach Einbruch der Dunkelheit zum Gipfel hinaufschauen. Dann brennt dort das Feuerkreuz, das im ganzen Talkessel zu sehen ist.

Anreise

Ab Luzern sind Sie rund 90 Minuten unterwegs: mit dem Zug nach Schwyz, mit dem Bus nach Rickenbach zur Talstation der Rotenfluebahn und mit der Gondel hinauf. Ab Zürich nehmen Sie entweder dieselbe Route über Arth-Goldau oder Sie fahren über die Einsiedler Seite, also mit dem Zug nach Einsiedeln und mit dem Bus weiter nach Brunni.

Prüfen Sie vor der Abfahrt den Betriebsstatus der Rotenfluebahn, denn bei schlechtem Wetter steht sie still. Der Gipfelweg selbst öffnet im Frühling erst nach den Unterhaltsarbeiten, typischerweise Mitte Mai und gemeinsam mit den Bahnen.

Local Tipps

  • Unter der Woche gehen. Der Mythen ist sehr beliebt. Auf den schmalen Kehren heisst das an Sommerwochenenden, dass Sie immer wieder an den Ausweichstellen warten müssen, bis die Entgegenkommenden vorbei sind.
  • Früh starten. Am Morgen ist es in der Sonnenflanke noch kühler und auf dem Weg ruhiger. Auch das Licht zum Fotografieren ist dann am schönsten.
  • Touren verbinden. Die Rotenflue ist an das ganze Wegnetz der Mythenregion angeschlossen. Sie können also mit der Bahn hinauffahren, den Mythen besteigen und danach auf den Höhenwegen Richtung Ibergeregg weiterwandern. Ebenso gut lässt sich die Tour mit dem Abstieg nach Brunni abschliessen.
  • Sperrungen ernst nehmen. Ist die Fahne der Hütte eingezogen und der Weg offiziell gesperrt, sind die Verhältnisse in der Flanke tatsächlich gefährlich. Eine sichere Variante dieser Tour für die Nebensaison gibt es nicht.

Häufige Fragen

Wie schwierig ist die Wanderung auf den Grossen Mythen?

Der Weg ist steil, stellenweise ausgesetzt und an mehreren Passagen mit Ketten gesichert. Er ist fordernd, verlangt aber keine Kletterei. Klettererfahrung brauchen Sie also nicht, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit hingegen schon.

Wie lange dauert die Tour?

Ab der Holzegg dauert der Aufstieg rund eineinhalb Stunden und der Abstieg 45 bis 60 Minuten. Dazu kommt je nach Variante der Zustieg von der Rotenfluebahn oder von der Bahn ab Brunni.

Wann ist der Weg offen?

Je nach Schneelage ist er etwa von Mitte Mai bis Anfang November offen. Am besten orientieren Sie sich an der Gipfelhütte: Solange sie geöffnet hat, ist auch der Weg in Ordnung.

Schaffen das auch Einsteiger?

Sportliche Einsteiger ohne Höhenangst schaffen die Tour bei guten Verhältnissen gut. Für kleine Kinder und für alle, denen ausgesetzte Stellen unangenehm sind, ist sie dagegen nicht geeignet.

Gibt es Verpflegung auf dem Gipfel?

Ja, die Gipfelhütte serviert Getränke, einfache warme Gerichte und die bekannten Nuss- und Mandelgipfel. Bezahlt wird dort nur bar.

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