Victorinox in Brunnen: Zu Besuch in der Heimat des Sackmessers
Die Geschichte des Schweizer Sackmessers beginnt im Talkessel von Schwyz. 1884 eröffnete Karl Elsener in Ibach seine Messerschmiede. Bis heute fertigt Victorinox jedes Original-Taschenmesser dort. Die Fabrik selbst ist für Besucher geschlossen. Zehn Minuten entfernt, im Seedorf Brunnen, bieten der Victorinox Brand Store und das Swiss Knife Valley Besucherzentrum aber einen guten Einblick. Dort können Sie auch Ihr eigenes Messer zusammenbauen und Ihren Namen auf die Klinge gravieren lassen. Genau deswegen reisen viele Besucher eigens an.
Was Sie hier erwartet
1. Das eigene Sackmesser montieren. In der Werkstatt des Besucherzentrums bauen Sie unter Anleitung ein echtes Taschenmesser Stück für Stück aus Federn, Klingen und Schalen zusammen. Am Schluss wird es graviert. Die Messermontage bietet Victorinox weltweit nur in wenigen ausgewählten Stores an. Eine spezielle Klingengravur weist das Messer als handmontiert aus. Im Kostenbeitrag ist das Messer inbegriffen, die Montage selbst dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Reservieren Sie vorher, denn die Plätze sind schnell vergeben, besonders in der Saison und an Wochenenden. Mit nicht mehr ganz kleinen Kindern ist die Montage ein schönes gemeinsames Erlebnis. Zudem nehmen Sie ein Andenken mit nach Hause, das Sie tatsächlich selbst gemacht haben.
2. Das Messermuseum. Unter dem Store führt das Besucherzentrum durch die Geschichte des Sackmessers. Sie reicht vom ersten Soldatenmesser der 1890er-Jahre über das «Offiziersmesser», das in der ganzen Welt bekannt wurde, bis zu Multimedia-Schauen über die Produktion in Ibach. Weil die Fabrik nicht öffentlich ist, sind diese Schauen der einzige Einblick in die Fertigung. Der Eintritt ist gratis.
3. Der Brand Store. Der Store in Brunnen wurde 2022 neu gestaltet. In seiner Mitte steht eine grosse Personalisierungsstation, an der sich Taschenmesser, Küchenmesser, Uhren und Gepäck direkt vor Ort individuell gestalten lassen. Auf Messer erhalten Besucher üblicherweise eine Ermässigung. Hotelgäste in Brunnen bekommen teils mehr, fragen Sie deshalb mit Ihrer Gästekarte nach.
Die Geschichte in Kürze
Karl Elsener gründete seine Werkstatt 1884 in Ibach-Schwyz und lieferte 1891 die ersten Soldatenmesser an die Schweizer Armee. Der Name Victorinox entstand nach dem Tod seiner Mutter Victoria und mit dem Aufkommen des rostfreien Stahls («inox»). Den Spitznamen «Swiss Army Knife» prägten amerikanische Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg, denen das Wort «Offiziersmesser» zu schwer über die Lippen ging. Heute verlassen täglich Zehntausende Taschenmesser die Fabrik in Ibach. Die Region nennt sich mit Stolz Swiss Knife Valley.
Praktisches
- Wo: Victorinox Brand Store & Swiss Knife Valley Besucherzentrum, Bahnhofstrasse 3, Brunnen. Das Geschäft liegt mitten im Dorf, zwei Minuten von der Seepromenade entfernt.
- Kosten: Der Museumsbesuch ist kostenlos. Für die Messermontage bezahlen Sie einen Beitrag, der die Gravur einschliesst. Eine Reservation wird empfohlen, die aktuellen Preise erfahren Sie beim Besucherzentrum.
- Anreise: Brunnen liegt an der Hauptlinie, rund 45 Minuten ab Luzern und 10 Minuten ab Schwyz. Auch die Kursschiffe ab Luzern legen in Brunnen an. Der Besuch lässt sich deshalb gut mit einer Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee verbinden.
- Hinweis für Flugreisende: Sackmesser dürfen nicht in die Flugzeugkabine. Wer nur mit Handgepäck reist, lässt das Messer deshalb vom Store verschicken oder packt es ins aufgegebene Gepäck.
Den Besuch mit Brunnen verbinden
Vom Besucherzentrum aus sind auch die übrigen Ziele in Brunnen schnell erreicht. Auf der Seepromenade blicken Sie den fjordartigen Urnersee hinunter. Mit dem Schiff ist es nur eine kurze Fahrt zur Rütliwiese, die direkt gegenüber am anderen Ufer liegt und als Wiege der Eidgenossenschaft gilt. Mehr dazu im Beitrag Rütliwiese: Zu Besuch am Geburtsort der Schweiz. Ab Morschach fährt eine Luftseilbahn hinauf auf den Stoos, wo Sie zur Gratwanderung aufbrechen können. Wie diese Tour verläuft, beschreibt der Beitrag Gratwanderung Stoos. Weitere Ideen für Ihren Aufenthalt am See finden Sie im Beitrag Brunnen am Vierwaldstättersee.
Häufige Fragen
Kann man die Victorinox-Fabrik in Ibach besichtigen?
Nein, die Fabrik ist nicht öffentlich zugänglich. Einen offiziellen Einblick in die Fertigung bietet das Besucherzentrum in Brunnen mit seinen Produktionsfilmen und dem Museum.
Was kostet es, das eigene Sackmesser zusammenzubauen?
Den aktuellen Preis finden Sie vor Ort und auf der offiziellen Seite. Er schliesst das fertige Messer samt Namensgravur ein. Reservieren Sie Ihren Platz frühzeitig.
Ist das Sackmesser-Museum gratis?
Ja, der Eintritt ins Besucherzentrum und ins Museum ist frei. Bezahlen müssen Sie nur für die Messermontage und für geführte Gruppentouren.
Lohnt sich Brunnen allein wegen Victorinox?
Zusammen mit der Seepromenade und den Schiffsverbindungen lohnt sich der Halt durchaus. Gerade Familien können in Brunnen in kurzer Zeit viel unternehmen.
Darf das neue Messer ins Flugzeug?
Das Messer darf nur ins aufgegebene Gepäck, im Handgepäck ist es nicht erlaubt. Auf Wunsch organisiert der Store auch den Versand.


