Natur- und Tierpark Goldau: Tipps für Ihren Besuch
Zwischen Rigi und Rossberg liegt ein Tierpark, der sich von anderen in der Schweiz deutlich unterscheidet, weil die Landschaft selbst die Anlage bildet. Der Natur- und Tierpark Goldau erstreckt sich über 42 Hektaren des Trümmerfelds, das der Goldauer Bergsturz von 1806 hinterlassen hat. Damals stürzte eine Flanke des Rossbergs ab und begrub das Dorf unter sich. In den zwei Jahrhunderten seither ist auf den Felsen ein moosiger Wald gewachsen. Darin zeigt der Park über 100 Arten einheimischer und europäischer Wildtiere: Bären und Wölfe leben in einer gemeinsamen grossen Anlage, Steinböcke klettern auf den Felsblöcken, Luchse halten sich im Schatten auf und zahme Hirsche fressen aus der Hand. Weil der Park nur wenige Gehminuten von einem Bahnhof an der Hauptlinie entfernt liegt, eignet er sich sehr gut für einen halben Tag mit der Familie.
Bären und Wölfe in einer gemeinsamen Anlage
Bekannt ist Goldau vor allem für die grosse Gemeinschaftsanlage, in der Braunbären und ein Wolfsrudel dasselbe weitläufige Waldgelände bewohnen. Sie gehört zu den ersten Anlagen in Europa, in denen diese beiden Arten zusammenleben. Zwischen Felsen, Teichen und Totholz können Sie beobachten, wie vorsichtig sich die Tiere begegnen, ähnlich wie sie es in freier Wildbahn tun würden. Die besten Beobachtungen machen Sie zu den Fütterungs- und Tierpflegerzeiten, die täglich am Eingang und online veröffentlicht werden. Bringen Sie etwas Geduld mit. Die Tiere zeigen sich nicht auf Bestellung, dafür sehen Sie ihr natürliches Verhalten.
Welche Tiere Sie sonst sehen
Der Park beschränkt sich bewusst auf Tiere der Alpen und Europas, Löwen oder Giraffen gibt es hier nicht.
- Steinböcke und Gämsen, die sich sicher auf den Felsblöcken des Bergsturzes bewegen
- Luchse, Wildkatzen und Fischotter, scheue einheimische Tiere, die in der freien Natur kaum jemand zu Gesicht bekommt
- Bartgeier und Eulen; der Park ist an der Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen beteiligt
- Freilaufende Sikahirsche und Mufflons, die in grossen Teilen des Parks zwischen den Besuchern umherstreifen. Das zugelassene Futter kaufen Sie am Eingang. Für kleine Kinder ist es ein besonderes Erlebnis, den Tieren so nahe zu kommen.
- Wildschweine, Murmeltiere, Störche und eine Bauernhof-Ecke für die Kleinsten
Die Geschichte des Bergsturzes
Beim Rundgang lohnt es sich, auch an die Geschichte des Ortes zu denken. Am 2. September 1806 lösten sich rund 40 Millionen Kubikmeter Gestein vom Rossberg und begruben Goldau sowie benachbarte Weiler innert Minuten. Der Bergsturz gilt als eine der tödlichsten Naturkatastrophen der Alpen. Infopunkte im Park erklären die Geologie des Geländes, über das Sie gehen. Die bemoosten Felsblöcke, die dem Park seine besondere Stimmung geben, stammen alle von diesem Ereignis und sind in zwei Jahrhunderten langsam überwachsen worden. So bekommen Sie beim Spaziergang ganz nebenbei eine Vorstellung davon, welche Kräfte in den Bergen wirken.
Praktisches
- Anreise: Der Park liegt wenige Gehminuten vom Bahnhof Arth-Goldau entfernt. Dort fährt auch die Rigi-Bahn ab und es gibt Verbindungen nach Luzern (rund 25 Min.), Zürich (rund 45 Min.) und Schwyz (rund 10 Min.). Ein Auto brauchen Sie für den Besuch also nicht.
- Öffnungszeiten: Der Park ist täglich und das ganze Jahr geöffnet, die Öffnungs- und Schliesszeiten ändern sich aber je nach Saison. Die aktuellen Zeiten finden Sie auf der offiziellen Website. Auch ein Besuch im Winter lohnt sich, dann ist es auf den Wegen ruhiger und die Wölfe sind oft aktiv.
- Zeitbedarf: 2–4 Stunden. Die Hauptrunde ist mit dem Kinderwagen gut machbar, für grössere Kinder gibt es naturbelassenere Pfade.
- Verpflegung: Es gibt ein Parkrestaurant sowie Feuerstellen und Picknickplätze. Bei Familien aus der Gegend beliebt ist die Bratwurst, die sie über dem Feuer zwischen den Bergsturzblöcken braten.
- Kombinieren mit: der Rigi, deren Zahnradbahn direkt am Bahnhof abfährt. Viele Familien fahren am Vormittag auf den Berg und besuchen am Nachmittag die Tiere. Mehr dazu: Rigi: Der Guide zur Königin der Berge und Anreise zur Rigi. Die Hohle Gasse liegt nur eine Bahnstation weiter, mehr dazu im Beitrag Hohle Gasse: Auf den Spuren von Wilhelm Tell.
Häufige Fragen
Welche Tiere leben im Tierpark Goldau?
Im Park leben über 100 einheimische und europäische Arten. Am bekanntesten sind die Braunbären und Wölfe in der Gemeinschaftsanlage, dazu kommen Steinböcke, Luchse, Bartgeier und freilaufende Hirsche, die Sie füttern dürfen.
Wie lange dauert ein Besuch?
Ein halber Tag reicht gut. Wer Tiere gerne lange beobachtet, kann aber auch einen ganzen Tag im Park verbringen.
Ist der Tierpark Goldau für kleine Kinder geeignet?
Ja, sehr. Das Füttern der Hirsche, die Bauernhof-Ecke und die Spielplätze sind genau auf kleine Kinder ausgerichtet.
Ist der Park im Winter offen?
Ja, der Park ist täglich und das ganze Jahr geöffnet. Im Winter sind die Wege ruhiger und die Raubtiere oft aktiver.
Wie komme ich mit dem ÖV hin?
Sie fahren mit dem Zug bis Arth-Goldau. Ab Luzern dauert die Fahrt rund 25 Minuten, ab Zürich rund 45 und ab Schwyz rund 10 Minuten. Vom Bahnhof gehen Sie ein kurzes, signalisiertes Stück zu Fuss.


