Einsiedeln
Seit dem 10. Jahrhundert pilgern Menschen nach Einsiedeln. Das 934 gegründete Benediktinerkloster mit seiner mächtigen Barockfassade ist das religiöse und kulturelle Zentrum der Innerschweiz, und der Klosterplatz davor gehört zu den eindrucksvollsten Plätzen des Landes.
Kloster Einsiedeln
Die Klosterkirche zählt zu den bedeutendsten Barockbauten Europas. In der Gnadenkapelle steht die Schwarze Madonna aus dem 15. Jahrhundert, das Ziel unzähliger Pilger. Sehenswert sind auch die Stiftsbibliothek mit rund 230 000 gedruckten Bänden, der 1765 erbaute Marstall mit dem ältesten noch bestehenden Gestüt Europas und der Klosterladen mit Produkten aus eigener Herstellung.
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Sihlsee: Der flächenmässig grösste Stausee der Schweiz liegt direkt vor dem Dorf, zum Baden, Velofahren und Spazieren.
- Diorama Bethlehem: Die grösste Weihnachtskrippe der Welt mit 450 Figuren, eröffnet 1954.
- Skisprungschanzen: Das Trainingszentrum der Schweizer Skispringer mit Blick auf Dorf und Kloster.
- Einsiedler Lebkuchen und Schafböcke: die süssen Spezialitäten gibt es in den Bäckereien am Klosterplatz.
Vom Einsiedler zum Kloster
Am Anfang stand ein einzelner Mann. Der Mönch Meinrad zog sich im 9. Jahrhundert in den damals unwegsamen Finsteren Wald zurück und lebte dort als Einsiedler, bis er 861 ermordet wurde. Seine Zelle wurde zum Wallfahrtsort, und aus der Ansiedlung von Klausnern entstand 934 das Benediktinerkloster. Der Ortsname erinnert bis heute an diesen Anfang.
Die Gnadenkapelle mitten in der Klosterkirche steht an der Stelle, die als Meinrads Zelle gilt. Um sie ranken sich Legenden, allen voran jene von der Engelweihe, nach der die Kapelle von Engeln selbst geweiht worden sein soll. Wallfahrt und Legende haben Einsiedeln zum wichtigsten Pilgerziel der Schweiz gemacht, und der Ort liegt bis heute an den grossen Pilgerwegen Richtung Santiago de Compostela.
Die Klosterkirche und der Platz davor
Die heutige Anlage ist ein Barockbau des 18. Jahrhunderts, geplant von Caspar Moosbrugger, einem Baumeister aus den eigenen Reihen des Klosters. Wer durch das Portal tritt, steht in einem Raum voller Stuck, Fresken und Gold, der auch Besucherinnen und Besucher ohne religiösen Bezug beeindruckt. Der Eintritt in die Kirche ist frei.
Vor der Fassade öffnet sich der weite Klosterplatz mit dem Brunnen in der Mitte, umrahmt von Arkaden. Er dient als Bühne für Prozessionen, Konzerte und die grossen Freilichtaufführungen, die in mehrjährigem Abstand vor der Klosterkulisse gespielt werden. Zum Kloster gehören ausserdem die Stiftsbibliothek und das Gestüt, dessen Pferdezucht bis ins Mittelalter zurückreicht.
Tipp: Der Einsiedler Weihnachtsmarkt vor der Klosterkulisse gehört zu den stimmungsvollsten der Schweiz.
Anreise
Mit der S-Bahn ab Zürich in rund fünfzig Minuten direkt nach Einsiedeln. Mit dem Auto über Biberbrugg oder Sattel.
Vom Bahnhof geht man in etwa zehn Minuten zum Klosterplatz, der Weg führt durch die Hauptstrasse mit den Bäckereien und Devotionalienläden. Parkplätze gibt es am Dorfrand; an Wallfahrtstagen und im Advent ist es im Zentrum eng, dann lohnt sich die Anreise mit der Bahn besonders.
Öffentlicher Verkehr: S-Bahn ab Zürich oder Bahn ab Arth-Goldau über Biberbrugg bis Einsiedeln, das Kloster liegt zehn Gehminuten vom Bahnhof.


