Muotathal und Hölloch
Hinter Schwyz öffnet sich das Muotatal, ein langgezogenes Tal, das für Urchigkeit und Abenteuer steht. Hier liegt das Hölloch, eines der längsten Höhlensysteme der Welt, hier wächst der grösste Fichtenurwald der Alpen, und hier leben die Wetterschmöcker, deren Prognosen jedes Jahr die ganze Schweiz beschäftigen.
Erlebnisse im Muotathal
- Hölloch: über 210 Kilometer erforschte Gänge. Geführte Touren reichen vom kurzen Einsteigertrekking bis zur Expedition mit Übernachtung in der Höhle.
- Bödmerenwald und Silberen: Der grösste Fichtenurwald der Alpen und die Karstlandschaft der Silberen bilden ein Naturerlebnis der besonderen Art.
- Pragelpass: Die schmale Passstrasse ins Glarnerland auf 1548 Metern ist ein Ziel für Velofahrer. Auf der Glarner Seite gilt an Wochenenden ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge.
- Wetterschmöcker: Zweimal jährlich verkünden die Muotathaler Wetterpropheten ihre Prognosen, ein Anlass mit Kultstatus.
- Suworow: 1799 zog der russische General mit seiner Armee durch das Tal; an die Schlacht im Muotatal erinnert bis heute vieles im Dorf.
Das Hölloch
Das Hölloch zieht sich als weitverzweigtes Labyrinth unter den Bergen des Muotatals hin. Seit dem späten 19. Jahrhundert wird es erforscht, und mit jeder Expedition kommen weitere Kilometer dazu. Es gehört damit zu den längsten Höhlensystemen der Welt.
Für Gäste gibt es geführte Touren in mehreren Abstufungen. Die kürzesten dauern rund eine Stunde und sind auch für Familien machbar, die längeren führen tief hinein und umfassen eine Übernachtung unter Tag. Gemeinsam ist allen: Es ist eng, feucht und dunkel, und man kommt schmutzig wieder heraus.
Wichtig zu wissen: Das Hölloch ist eine aktive Wasserhöhle. Bei starken Niederschlägen kann sie innert Stunden fluten, weshalb Touren nur mit Führung und nur bei passenden Bedingungen stattfinden. Eigene Erkundungen sind lebensgefährlich.
Bödmerenwald, Silberen und Glattalp
Über dem Talboden liegt eine Hochebene, die zum Eindrücklichsten im Kanton gehört. Im Bödmerenwald stehen alte Fichten auf zerklüftetem Karst, teils auf blossem Fels, teils in tiefen Spalten. Es ist der grösste Fichtenurwald der Alpen, und er wirkt an trüben Tagen geradezu märchenhaft.
Dahinter erstreckt sich die Silberen, eine weite Karstlandschaft aus abgeschliffenem Kalk mit Rinnen, Löchern und Schächten. Wege gibt es, aber sie verlangen Aufmerksamkeit, denn bei Nebel ist die Orientierung schwierig. Zur selben Hochregion gehört die Glattalp, eine abgeschiedene Alp mit See, die als einer der kältesten Orte der Schweiz gilt.
Urchiges Tal mit eigener Tradition
Das Muotatal hat sich seine Eigenheiten bewahrt. Am bekanntesten sind die Wetterschmöcker, die zweimal im Jahr aus Naturbeobachtungen ihre Prognose ableiten und damit weit über den Kanton hinaus für Aufmerksamkeit sorgen. Daneben lebt im Tal das Naturjodeln, eine wortlose Form des Jodelns, die hier eine lange Tradition hat.
Historisch bekannt wurde das Tal 1799, als der russische General Suworow mit seiner Armee über den Pragelpass ins Muotatal zog und sich Gefechte mit den französischen Truppen lieferten. Ein Wanderweg folgt heute seiner Route über die Pässe.
Tipp: Bei Höhlentouren sind Helm, Stirnlampe und Überkleider in der Regel inbegriffen. Nehmen Sie trotzdem Ersatzkleider und feste Schuhe mit.
Anreise
Bus ab Schwyz nach Muotathal, Fahrzeit rund zwanzig Minuten. Mit dem Auto über Schwyz und Ried.
Das Tal ist lang, und die Ziele liegen weit auseinander. Für Bödmeren und Silberen fahren Sie bis ans hintere Talende, die Glattalp ist mit einer Seilbahn erreichbar. Planen Sie die Rückfahrt mit Blick auf den Fahrplan, denn die Busse verkehren am Talende deutlich seltener als im vorderen Abschnitt.
Öffentlicher Verkehr: Bahn bis Schwyz, Bus bis Muotathal.


